Leitbildprozess Agenda 2030

Für den Steckenpferd e.V. haben wir als Teilnehmerorganisation beim Leitbildprozess Agenda 2030 in Mannheim teilgenommen.

Gerne sind wir bei diesem super wichtigen Prozess beteiligt, haben eine Arbeitsgruppe zum Thema Entwicklung von Kindern geleitet und die Ergebnisse zu drei und eins folgenden für uns wichtigen Nachhaltigkeitszielen erarbeitet:

                                                                                                                         

 

1. Nachhaltigkeitsziel Nr 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden.
2. Nachhaltigkeitsziel Nr 4: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern und ermöglichen
3. Nachhaltigkeitsziel Nr 10: Ungleichheiten in und zwischen den Ländern verringern
und ein weiteres sehr wichtiges Ziel als Basis für die anderen Ziele:
4. Nachhaltigkeitsziel Nr 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.

Was bedeutet das konkret für Mannheim?
Die Basis allen sozialen Lebens ist das Wohnen! Ohne ein Dach über dem Kopf, einen Raum zum Zurückziehen, zum Entspannen, zum Regenerieren kann ein Mensch nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Zudem ist dieser Raum der Mittelpunkt für Familien mit Kindern …. unsere Zukunft. Wenn Wohnen nicht mehr bezahlbar ist MÜSSEN beide Elternteile arbeiten. Kinder werden sich selber überlassen oder müssen fremduntergebracht werden. Hier entstehen weitere Kosten! Das Geld reicht hinten und vorne nicht und es entsteht Unzufriedenheit. Diese Unzufriedenheit wird an den schwächsten Gliedern einer Kette ausgelassen. Leidtragende sind die Kinder!
Darum MUSS unbedingt bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden! Als eine Möglichkeit sehen wir hier das Seattle-Modell. Zudem darf die Bildung der Kinder nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Gerade innerhalb der frühen Förderung werden Kinder aus finanziell schwachen Familien vernachlässigt. Finanziell schwache Familien sind dabei nicht nur Harz 4 Empfänger, sondern gerade auch die Familien, die zuviel haben um eine Unterstützung zu bekommen, aber mit dem eigenen Geld nicht auskommen.
Auch in diesen Fällen sollten andere finanzielle Möglichkeiten und Grenzwerte moderater geregelt werden. Zudem müssen Alleinerziehende in besonders hohem Maße unterstützt und deren Kinder gefördert werden, denn dieser Personenkreis trägt eine hohe gesellschaftliche Last und Verantwortung im Extrem. Hier bedürfen vor allem Alleinerziehende, die ihren Lebensunterhalt selber ohne staatliche Mittel bestreiten, besonders hohe finanzielle Ausgleiche.
Wichtig für die Bekämpfung von Armut ist auch die gelebte Inklusion und Intergration um Benachteiligungen aller Menschen auszuschließen. So sollte es keine Privatschulen geben, in denen nur Kinder von finanziell sehr gut gestellten Familien die Möglichkeit zum Lernen haben. Alle sollten unabhängig ihres sozialen Status gemeinsam, miteinander und voneinander lernen dürfen.
Für eine gute und gesunde Entwicklung ist zudem eine gesunde Umwelt wichtig! Sauerstoff zum Atmen, Grün zum Leben!!! Hier ist die Realisierung des Grünzugs auf einer Breite von 600 Meter DIE Basis für ein lebenswertes Leben in der Stadt. Ebenso die Erhaltung der Artenvielfalt, die Förderung von Gemeinschaftsgärten und solidarischer Landwirtschaft, Kleingärten und deren Anlagen schützen und den bedingungslosen Erhalt von Bäumen und Grüngebieten.

Was kann unsere Stadt für die Umsetzung dieser Ziele tun?
Die Stadt muss sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzen, z.B. darf die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBG nicht mehr gewinnorientiert wirtschaften, sondern muss iher Verantwortung den Bürgern gegenüber durch Schaffung von mindestens 35% Wohnraum zum qm-Preis von 6 Euro Kaltmiete einsetzen. Dabei muss sie von der Stadt finanziell unterstützt werden. Zudem ist es von hoher Dringlichkeit, dass die Mitarbeiter der Jobcenter pro Klient arbeitet, d.h. die Klienten nicht als Bittsteller wahrnehmen, sondern als Menschen wie du-und-ich und Mietzahlungen fristgerecht an die Vermieter bezahlen, sodass keine Mietrückstände entstehen und die Mieter deswegen wohnungslos werden können.
Zudem muss sich die Stadt für den Erhalt von Wohnraum einsetzen und keine Luxussanierungen unterstützen. Außerdem sollte die Stadt keine Grundstücke in Spekulantenhände verkaufen, die nur eines im Sinn haben: die Mietpreise in die Höhe zu treiben und ihren Gewinn auf Kosten der Bewohner zu maximieren. Nicht zu vergessen: auch „Besserverdienende“ weigern sich extrem hohe Mieten zu bezahlen und wandern lieber in das Umland ab.
Bei den Allerkleinsten ist wichtig, dass die Quantität der Kinderbetreuung nicht zu Lasten der Qualität geht und zum Nachteil der Kinder. Kindertagesbetreuung in anderen geeigneten Räumlichkeiten muss der Arbeit in Krippen und Kindergärten gleichgestellt werden.
Kindern und Jugendlichen sollten in allen Schulformen und -zweigen wichtige Dinge zum Leben vermittelt werden! Darum sollte Kochen, Hauswirtschaft und das Erlernen von Finanzierungsarten bereits ab der 5. Klasse in einfacher Form eingeführt werden, um allen späteren Erwachsenen unabhängiges Leben mit Einfachstmitteln ermöglicht werden kann.
Zur Förderung des qualitativ hohen Lebensstandarts für ALLE Menschen in der Stadt, muss der Grünzug, die Frischluftschneise und der Grüngürtel von Mannheim realisiert werden ohne Mehrkosten für die Bürger. Dazu gehört wie bereits oben beschrieben: Gemeinschaftsgärten, Kleingärten und solidarische Landwirtschaft fördern. Bienenhotels in der Stadt aufbauen, Grünflächen schaffen und erhalten, Landschaften entsiegeln, Unkraut willkommen heißen und den Schadstoffausstoß der hiesigen Fabriken kontrollieren und deren überhöhte Werte nicht mit Einmalzahlungen tolerien.

Was kann das Steckenpferd in Mannheim-Käfertal für die Umsetzung dieser Ziele tun?                                                                                                          Im Steckenpferd bekämpfen wir seit über 12 Jahren die Armut und Ungelichheit in Manneim, denn 2006 haben wir den Steckenpferd-Verein zur Förderung von Kindern aus finanziell schwachen Familien gegründet, weil wir sagen: die Entwicklung der Kinder darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. So darf jedes Kind zu uns kommen! die Eltern die die Kurse, Projekte und Aktionen bezahlen können, die bezahlen die vereinbarte Gebühr. Alle die das Geld nicht aufbringen können, dürfen trotzdem kommen. Die Eltern stellen einen  unkomplizierten Antrag und der Steckenpferd e.V. kommt für alle Kosten auf. So leben wir bereits seid über 12 Jahren Chancengleichheit, sowie inklusive, integrative, gleichberechtigte und hochwertige Bildung für alle und ermöglichen allen Kindern die zu uns kommen eine gute Basis zum Lernen lernen.

Zudem unterstützen wir unkompliziert Eltern bei Fragen, Erziehungsschwierigkeiten und Schulproblemen.

Durch unser soziales Gemeinschaftsgartenprojekt „Urban Gardening Benjamin Franklin“ fördern wir nun auch gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters und interessieren uns für ihr Wohlergehen, denn hier gärtnern wir ZUSAMMEN, ernten ZUSAMMEN und essen ZUSAMMEN, d.h. alle lernen den nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln, deren einfachen Zubreitung und Verzehr und die Erhaltung der Artenvielfalt.

Gerne machen wir auf dem von uns bereits beschrittenen Weg weiter mit allen die Spaß haben dabei zu sein.